Gedanken-Stop

Negative Gedanken loswerden mit dem «Gedankenstop»

Negative Gedanken sind gemeine, schlüpfrige Wesen. Du kannst noch so konstruktiv denken wollen, immer wieder schleichen sie sich in dein Bewusstsein und lenken die Aufmerksamkeit in eine komplett falsche Richtung. In diesem Artikel erfährst du die einfache Technik, wie du sie elegant loswirst (Gedankenstop)!

Mach mit bei einem Gedankenexperiment

Versuche 10 Sekunden lang nicht an folgendes zu denken: «Denke nicht an eine gelbe, saure Zitrone.  Los 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – «nicht an die gelbe, saure Zitrone denken» – 6 – 7 – 8 – 9 – 10.»

Und, geschafft? Vermutlich nicht. Vor deinem inneren Auge dürfte sich stattdessen eine freche, gelbe Zitrone geräkelt und dich ausgelacht haben, zumindest zeitweise. Und vielleicht hat sich dein Mund zusammengezogen vom sauren Zitronensaft. Natürlich, meine gemeinen Suggestionen haben dazu beigetragen. Doch die bloße Erwähnung einer Sache erzeugt bereits automatisch eine Vorstellung. Das   Wörtchen „nicht“ vermag nichts zu ändern. Die Verneinung „nicht“ ist ein logischer Operator der Verstandeswelt. In der bildhaften Welt der Fantasie und des Unterbewusstseins existiert er nicht. Du kannst die Aufforderung auch gleich ohne das „nicht“ lesen, es kommt auf dasselbe heraus. Was sich in deiner Vorstellung aufbaut, entfaltet Wirkung. Du kannst „nein“ oder „halt“ sagen, so viel du willst. Es ist wie mit der Zahnpasta: Ist sie erst aus der Tube raus, bringt man sie unmöglich wieder rein.

Gedankenstop

Doch es gibt einen Trick: Manchmal erschrecke ich meine Klienten damit. Wenn sie wieder anfangen über einen negativen Gedanken zu lamentieren, den sie partout nicht loswerden, haue ich mit der flachen Hand geräuschvoll auf den Tisch und rufe «Stopp!» Damit ist der negative Gedanke fürs erste weg und die Person mit ihren Gedanken wieder voll in der Gegenwart.

Damit die negativen Gedanken jedoch keine Chance haben, muss nun der zweite Schritt folgen: Du musst den unerwünschten Gedanken durch einen erwünschten ersetzen, der seinen Platz einnimmt. In unserem Gedankenexperiment könnte das eine «rote, zuckersüsse Erdbeere» sein. Wenn du deren Bild lebendig in deinem Geist aufrecht erhältst, ihre rote Farbe siehst, den frischen Erdebeerduft riechst und das fruchtig-zuckersüsse Fleisch auf deiner Zunge zergehen lässt, haben andere Vorstellungen schlicht keinen Platz mehr. So hättest du die 10 Sekunden im Gedankenexperiment oben durchgehalten.
Der Gedankenstop besteht also aus drei Schritten:

Gedankenstop Ausschnitt Original
1. Bemerke den unerwünschten Gedanken.
2. Rufe dir gedanklich oder laut «Stop» zu. Wenn es dir hilft, haue auch auf den Tisch oder dergleichen!
3. Ersetze den negativen Gedanken durch einen erwünschten und halte diese Vorstellung aufrecht.

Alternativvorstellung pflegen

Der Gedankenstop funktioniert noch besser, wenn du dir die Alternativvorstellung schon vorher zurechtlegst. Eine Person, die beispielsweise befürchtet, die Fahrprüfung nicht zu bestehen und in ihren Schreckszenarien immer wieder sieht, wie der Experte ein finsteres Gesicht macht und ihr schließlich eröffnet: «Frau …., leider genügt das nicht ganz … .» STOP. Stattdessen visualisiert sie nun: Der Experte schaut mich freundlich an und sagt: «Gratulation Frau…, Sie haben bestanden!»

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Diese Technik allein hilft natürlich nicht, die Fahrprüfung zu bestehen. Seriöse Vorbereitung und ausreichendes Training sind unerlässlich. Sie hilft jedoch ein Denkmuster zu zerstören, welches durchaus dazu beitragen kann, an einer Prüfung durchzufallen.

Probier’s aus. Das Leben ist zu kurz, um es mit düsteren, schädlichen Gedanken zu erschweren!

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