Zufriedenheitsbarometer

Gute Unzufriedenheit – schlechte Zufriedenheit (Leben ändern, besser leben)

Hat man dir auch schon versucht weiszumachen, dass du doch zufrieden sein solltest mit dem, was du hast? Dies ist ein schlechter Ratschlag, der dich in der weiteren Entwicklung behindert. Erfahre, worin der Unterschied zwischen dynamischer Unzufriedenheit und resignativer Zufriedenheit besteht. Das hilft dir, Unzufriedenheitsgfühle zu sortieren, unberechtigte zu vergessen. Und du kannst dein leben ändern und besser leben!

Unzufriedenheit entsteht, wenn Erwartung und Realität nicht übereinstimmen. Deine Figur gefällt dir nicht. Du verdienst weniger, als du dir wünschst. Du möchtest dich selbständig machen, doch es fehlt der Mut. In der Abbildung oben ist dies durch die Differenz zwischen Soll- und Ist-Wert an einem „Zufriedenheitsthermometer“ dargestellt. Wenn man auf die Differenz mit Maßnahmen reagiert, spricht man von dynamischer Unzufriedenheit. Sie gibt Energie zu handeln und Dinge zu verändern. Oder sagen wir viel mehr, sie kann diese Energie vermitteln. Wenn du dich damit begnügst, den Mangel zu beklagen und deine Unzufriedenheit zu «pflegen», wird nichts daraus. Erinnerst du dich an den Beitrag «Wünsch in Ziele verwandeln»? Lies dort nach, wenn du vermeiden willst, in diese «Unzufriedenheitsfalle» zu tappen.

Leben verändern dank „dynamischer Unzufriedenheit“

Dynamische Unzufriedenheit ist der Normalzustand vieler Menschen.  Es liegt in der menschlichen Natur, nach Erreichen eines Ziels die Latte höher zu legen (im Bild: den Ist-Wert erhöhen), was Unzufriedenheit auf höherem Niveau erzeugt, bis auch dieses Ziel erklommen ist. Die dynamische Unzufriedenheit zum Ansporn und Motor der persönlichen Entwicklung.

Leben verbessern durch Verlassen der „resignativen Zufriedenheit“

Resignative Zufriedenheit funktioniert umgekehrt. Hier wird nicht der Ist-Wert erhöht, sondern der Soll-Wert gesenkt. Im Temperaturvergleich: Jemand akzeptiert eine Raumtemperatur. Das ist natürlich nicht erstrebenswert, spiegelt aber die Lebenseinstellung vieler wider. Doch warum tun sie dies?

Einige schaffen es wiederholt nicht, Ziele und Träume zu verwirklichen, oder sie unternehme schon gar nicht den Versuch. Doch sollen sie nun zeitlebens unglücklich dahinvegetieren? Natürlich nicht. Diese Menschen wenden unbewusst einen mentalen Trick an. Statt sich auf das Niveau ihrer Wünsche hochzuhieven wie die dynamisch Unzufriedenen, senken sie das Niveau der Wünsche auf ihre aktuelle Situation ab. Statt weiter der großen glücklichen Liebe nachzustreben, sagen sie sich zum Beispiel: „Mein Freund verdient ja gut und ich kann in mancherlei Hinsicht zufrieden sein mit ihm. Alles kann man nicht haben im Leben.“ Oder sie begraben ihre Karriereambitionen und sagen: „Lieber eine sichere Stelle als einen unsicheren Direktorenposten.“ Andere werden politische Realisten und meinen erkannt zu haben, dass der Status quo doch besser sei als die reformerischen Ideale ihrer Jugend. Solche Menschen bezeichnen sich als „zufrieden“. Besser leben oder das Leben verändern ist für sie kein Thema, obwohl sie weit von ihrem Optimum entfernt sind.

Nur in besonderen Momenten quellen die verlorenen Träume an die Oberfläche, vielleicht, wenn jemand gerührt sieht, wie seine Kinder genau das anstreben, was er einmal aufgegeben hat. Sentimentalität ist ein Hinweis auf verschüttete Gefühle und Wünsche. Tief im Inneren dieser Personen sitzt eine Traurigkeit über die verratenen Pläne. Manche können sie ersticken in der Routine eines geordneten Alltags und durch mehr oder minder geschickte Rechtfertigungen (Psychologen sprechen von Abwehrmechanismen). Einige von ihnen versinken jedoch in Apathie, Depression, Sucht oder Krankheit. Ihre Abwehr hat versagt. Zäsuren und Krisen im Leben konnten nicht genutzt werden, um eine Persönlichkeitsentwicklung in Gang zu setzen, welche Verdrängtes mit der bewussten Persönlichkeit und dem realen Leben verbunden hätte. Doch was bleibt, wenn eine motivierende Lebensperspektive fehlt?

Das Leben ändern – besser leben

Sicherlich ist das nicht die Art von «Zufriedenheit», die du dir wünscht! Denk darüber nach, welche deiner früheren Ziele, welche Wünsche aus deiner Kindheit und Jugend du «abgeschrieben» hast. Wovon hast du geträumt? Was waren deine Ideale? Was hat dich bewegt? Was davon ist in den Herausforderungen und praktischen Entwicklungen deines Lebens «untergegangen»? Natürlich ist nicht alles realisierbar. Es wird Ideen geben, die du aus heutiger Sicht illusionär oder überholt sind. Die Rückbesinnung vermittelt dir jedoch Inspiration für neue, vielleicht kühne Lebensperspektiven, ungeachtet deines Alters und deiner Situation.

Eine Klientin nutzte die Unzufriedenheit über ihre schlecht bezahlte Arbeit und wurde selbständige Photographin, auch ohne formelle Ausbildung. Sie macht ihr Hobby zum Beruf (Event-Reportagen). Ein 60-jähriger erreicht nach erfolglosen Jahrzehnten sein Wunschgewicht innert einem Jahr (durch Veränderung der Ernährungsgewohnheiten und täglichem Sport). Eine 40-jährige Tierliebhaberin war betroffen von der Situation alter Menschen, die sich das Futter für ihre Katze oder ihren Hund nicht mehr leisten konnten (die Sozialhilfe zahlt das nicht unbedingt). Sie gründete einen Verein, der dieses Futter organisiert. Alle diese Menschen sind zufrieden über das Erreichte. Ihre Erfolge vermitteln die Motivation, weitere Unzufriedenheiten in ihrem Leben in Ziele zu verwandeln und anzupacken. Von resignativer Zufriedenheit keine Spur!

Lies mehr zu diesem Thema im Buch „Steuere dein Leben

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