Wer schreibt hier?

Wie komme ich dazu, über «Steuere dein Leben» bzw. Lebensgestaltung zu schreiben?

Edgar GassEs gibt scheinbare Qualifikationen: Ich bin Jahrgang 1951, stehe also nicht gerade am Anfang des Lebens und habe natürlich ein paar Dinge erlebt. Doch wie sagte Tucholsky: «Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre lang schlecht machen.»

Dann habe ich Psychologie studiert. Auch das besagt wenig. Der solide Boden wissenschaftlicher Psychologie reicht nicht, um uns ein erfolgreiches und glückliches Leben zu bescheren. Wir müssen im praktischen Leben auf Erkenntnisse zurückgreifen, die nicht das Gütesiegel „wissenschaftlich geprüft“ tragen, also individuelles und kollektives Erfahrungswissen.

Dieses Wissen zu sammeln, dazu hatte ich fast drei Jahrzehnten lange eine exzellente Gelegenheit: Als Unternehmensberater und Verhaltenstrainer begegnete ich Tausenden von Menschen. Darunter unscheinbare Menschen, normale Angestellte, begnadete Führungskräfte, Tyrannen, kreative Unternehmer, biedere Verwalter, brillante Verkäufer ebenso wie „Schwätzer“. Personen aller Altersgruppen, vom Lehrling bis zum Konzernchef, Frauen und Männer. Von einigen lernte ich das private Umfeld kennen. Viele wandten sich mit geschäftlichen und privaten Problemen an mich, und meine Tätigkeit bestand zunehmend aus Coaching- und Beratungsgesprächen (Lebensberatung, life-coaching).

Die zweite Quelle meiner Inspiration war die eigene Biographie. Es gab in meinem Leben lange Phasen der Verwirrung, Stagnation, Unzufriedenheit und dem Ringen um die richtige Perspektive. Einige Kapitel endeten gar desaströs und ich bin in glücklich, dass sie vorüber sind. Die Wende trat ein, als ich aufhörte, mich um Erfolg, Wohlstand, gute Beziehungen, Glück und all jene Dinge zu bemühen, denen viele von uns beflissen nacheifern.

Ich hörte damit auf, weil meine Anstrengungen ganz einfach nicht das gewünschte Ergebnis erbrachten. Es schien „dem Leben“ egal zu sein, wie ich mich benahm und strampelte; die Weichenstellungen erfolgten offenkundig nach anderen Kriterien jenseits meines Einflusses. Während vieles misslang, worum ich mich redlich bemüht hatte, fielen mir Erfolge auch immer wieder völlig unverdient in den Schoß. Ich hatte mehr als genug Gründe, an der Gerechtigkeit des Lebens zu zweifeln. Einen Titel wie „Steuere dein Leben“ hätte ich mit einem ironisch-neidischen Lächeln quittiert.

Eines fand ich aber bald heraus, auch wenn ich es lange nicht wahrhaben wollte: Ohne „mich“ gelang vieles besser. Mit „mich“ meine ich einen Teil von mir, und zwar den seriösen, gewissenhaften, engagierten, perfekten, der sich bemühte und an Normen und Konventionen orientierte. Wenn ich alles lockerer nahm, die Maßstäbe an mich senkte, Planung reduzierte und dem Zufall mehr Raum einräumte, funktionierte verblüffenderweise vieles viel, viel besser.

Diese Erkenntnis hatte meine Neugier angestachelt. Eine Suche von mehr als einem Jahrzehnt setzte ein, funktionierende Lebensrezepte zu finden und zu formulieren, die zu Erfolg, Glück und Sinnerfahrung verhelfen. Ich bin damit nicht am Ende, aber so weit, eine Zwischenbilanz zu präsentieren. Besondern Wert legte ich auf funktionierende Rezepte. Denn viele wissenschaftliche und praktische Konzepte über das Leben sind einseitig, picken einen Aspekt heraus und leiten daraus eine Praxis ab. Sie sind Strohfeuer, welche anfänglich Faszination und Anfangserfolge ermöglich, jedoch leider keine nachhaltigen Ergebnisse zeitigen.

Doch was haben meine Rezepte mir selbst gebracht? Heute führe ich ein unkompliziertes, glückliches Leben. Wesentliches habe ich erreicht und mein Leben verläuft auf Kurs. Ein paar Dinge sind mir gelungen, von dem ich nur träumen konnte. Das soll nicht heißen, dass noch Träume offen sind. Doch betrachte ich dies eher als Normalzustand und keineswegs als Grund, unglücklich zu sein. Meine Erfahrung sagt mit, dass mir auch der Rest noch zufallen wird. Wobei bis dann wohl schon wieder neue Ziele auf meiner Liste stehen. Es heißt auch nicht, dass gegen Rückschläge und Krisen gefeit wäre. Doch im Unterschied zu früher verlaufen dieser kurz und produktiv. An Ende steht ein Resultat, das weit besser ist, als was ich zunächst angestrebt habe.

Selbstbestimmt & kreativ leben

Die selbstbestimmte, kreative Lebensführung verläuft selten linear und führt dich manchmal auf verschlungene Pfade. Auf diesen erlebst du allerdings viel mehr als auf den geradlinigen «Lebensautobahnen» («Karriere», «Tradition»). Diese versprechen dir Sicherheit und bringen dich schnell an vorausgeplante Bestimmungsorte, mit anderen Worten: Du wirst durchaus Ziele erreichen und auch Zufriedenheit und Befriedigung erleben. Erfüllung und Glück erfährst du so allerdings kaum. Bald wirst du feststellen, dass „Autobahn-Raststätten“ alle etwa gleich aussehen, die gleichen Produkte anbieten und dass „Autobahnfahren“ langweilig ist und du dich mit einer unendlichen Schar anderer Automobilisten zu oft in Staus herumquälst. Die spannenden Routen und die malerischen Orte liegen abseits. Eines Tages hast du genug und du biegst in die nächste „Autobahnausfahrt“ ein, um deinen eigenen Weg zu suchen, dein eigenes kreatives und selbstbestimmtes Leben!

Blog Psychologie

Der Blog Psychologie / Lebensgestaltung hilft dir dabei im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe. Das Buch „Steuere dein Leben“ vermittelt eine vertiefte und systematische Einführung in eine nachhaltig erfolgreiche Lebensgestaltung. Wenn du eine persönliche Lebensberatung oder ein Coaching für ein bestimmtes Ziel suchst, stehe ich dir gern zur Verfügung.

Edgar P. Gass